Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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Und weshalb, fragte er erſtaunt, weshalb glaubt Ihr, Majeſtät, daß mich dieſe Nachricht mit beſonderem Dank erfüllen ſollte?

Sie nahm alle ihre Kraft zuſammen, ſie betete zu ihrem eigenen Herzen um Stärke und Selbſtbeherr⸗ ſchung.

Weil die Prinzeſſin mich zur Vertrauten ihrer

Liebe gemacht hat, und weil ich daher dieſes zarte Band kenne, welches Euch an ſie bindet! ſagte ſie leiſe, und ſie fühlte, wie alles Blut ihren Wangen entwich.

Der Graf ſah ihr mit ſtummen Erſtaunen in's Angeſicht, dann ließ er ſeine Blicke fragend und for⸗ ſchend in dem ganzen Zimmer umher ſchweifen.

Man belauſcht uns alſo? fragte er leiſe. Wir ſind nicht allein?

Wir ſind allein! ſagte Katharina laut. Niemand kann uns hören, und nur Gott iſt der Zeuge unſerer Unterredung. 5

Eiliſabeth, welche hinter der Portière ſtand, fühlte ihre Wange erglühen vor Schaam, und ſie fing an, zu bereuen, was ſie gethan. Aber ſie war dennoch wie gebannt an dieſe Stelle. Es war gewiß kleinlich und einer Prinzeſſin unwürdig, zu lauſchen, aber ſie war zu dieſer Stunde nur ein junges Mädchen, wel⸗ ches liebte und welches den Geliebten beobachten wollte. Sie blieb alſo; ſie legte ihre Hand auf ihr angſtvoll klopfendes Herz und murmelte in ſich hin⸗ ein: Was wird er ſagen? Was bedeutet dieſe Angſt, welche mich befällt?

Nun, ſagte Thomas Seymour mit ganz verän⸗ dertem Ton, wenn wir allein ſind, ſo möge denn dieſe Maske fallen, welche mein Antlitz verhüllt, ſo