Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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Dann verließ ſie leicht und fröhlich und ſtrahlen⸗ den Anges das Zimmer.

Sie hatte richtig vermuthet. Katharina empfing den Grafen in ihrem Boudoir. Sie ſaß auf dem Divan, welcher der Thür gegenüber lag, die in den großen Empfangſaal führte. Dieſe Thür war geöffnet, und Katharina konnte daher dieſen großen Raum ganz überblicken. Sie konnte den Grafen ſehen, wie er denſelben durchſchritt, ſie konnte noch einmal mit ſchmerzlich ſüßem Entzücken ſich ſeiner ſtolzen Schön⸗ heit freuen und ihre Blicke mit Liebe und Anbetung auf ihm ruhen laſſen.

Aber endlich überſchritt er die Schwelle des Bou⸗ doirs, und nun war es zu Ende mit ihrem Glück und ihrem ſüßen Traum, zu Ende mit ihren Hoff⸗ nungen und ihrem Entzücken.

Sie war nichts mehr, als die Königin, die Ge⸗ mahlin eines ſterbenden Königs. Nicht mehr die Ge⸗ liebte des Grafen Seymour, nicht mehr ſeine Zukunft und ſein Glück.

Sie hatte den Muth ihn mit einem Lächeln zu begrüßen, und ihre Stimme zitterte nicht, als ſie ihm befahl, die in den Saal führende Thür zu ſchließen und die Portisre hernieder zu laſſen. 8

Er that es, indem er ſie mit erſtaunten Blicken anſah. Er begriff nicht, daß ſie es wagte, ihm dieſes Rendezvous zu geben; denn immer noch lebte der König, und ſelbſt mit ſeiner nur noch lallenden Zunge konnte er ſie Beide zerſchmettern.

Warum wartete ſie nicht bis morgen. Morgen ſchon konnte der König geſtorben ſein, und alsdann konnten ſie ohne Zwang und ohne Gefahr ſich ſehen. Alsdann war ſie ſein, und Nichts konnte ſich mehr