werde ich all' meine Ueberredungskraft darauf verwen⸗ den, ihn Euren Wünſchen geneigt zu machen und ihn zu bewegen, daß er ſeine Einwilligung zu Eurer Ver⸗ mählung mit Graf Sudley gebe. Ich gehe jetzt den Grafen zu empfangen. Verweilt alſo in Eurem Zim⸗ mer, Prinzeſſin, denn bald wird Seymour kommen, Euch die Acte zu bringen!
Während ſie ſo ſprach, war es ihr, als ob ihr Herz von glühenden Dolchen durchbohrt würde, als ob ein zweiſchneidiges Schwert ihre Bruſt durch⸗ wühle. Aber Katharina hatte eine ſtarke und muthige Seele, ſie hatte ſich geſchworen, dieſe Qual bis an's Ende zu ertragen, und ſie ertrug ſie. Kein Zucken ihrer Lippen, kein Seufzer, kein Auſſchrei verrieth dieſe Pein, welche ſie erduldete, und wenn ihre Wange auch farblos und ihr Auge auch trübe war, ſo war das daher, weil ſie die Nächte wachend am Kranken⸗ bett ihres Gemahls zubrachte, und weil ſie trauerte um den ſterbenden König.
Sie hatte den Heroismus, dieſes junge Mädchen zärtlich zu umarmen, welcher ſie eben ihre Liebe zum Opfer darbringen wollte, und mit einem Lächeln den begeiſterten Worten der Dankbarkeit, des Entzückens und des erwartungsvollen Glückes zuzuhören, welche Eliſabeth an ſie richtete..
Mit thränenloſem Auge, mit feſtem Schritt kehrte ſie in ihre Gemächer zurück, und ihre Stimme zitterte gar nicht, als ſie dem dienſtthuenden Kammerherrn
efahl, den Ober⸗Stallmeiſter Grafen Sudley zu ihr zu rufen. Nur hatte ſie ein Gefühl, als ob ihr Herz zerbrochen und zermalmt ſei, und ganz leiſe, ganz er⸗ geben flüſterte ſie: Ich werde ſterben, wenn er fort gegangen iſt! Aber ſo lange er da iſt, will ich leben, und er ſoll nicht ahnen, was ich leide!


