Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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Eliſabeth, welche jetzt erſt das bleiche Antlitz Katha⸗ rinens bemerkte. Eure Züge ſind entſtellt, Eure Lippen zittern. Mein Gott, was bedeutet dies?

Es iſt nichts! ſagte Katharina mit einem qual⸗ vollen Lächeln. Die Aufregungen und das Entſetzen die⸗ ſes Tages haben meine Kraft erſchöpft. Das iſt Alles! Zudem bedroht uns ein neues Leid, welches Ihr noch nicht einmal kennt. Der König iſt erkrankt. Ein plötzlicher Schwindel erfaßte ihn und ließ ihn faſt leblos an meiner Seite niedergleiten. Ich kam zu Euch, um Euch die Botſchaft des Königs zu bringen, jetzt ruft mich die Pflicht an das Krankenbett des Gemahls. Lebt wohl, Eliſabeth!

Sie winkte ihr mit der Hand den Abſchiedsgruß

zu und verließ mit eiligem Schritt das Gemach. Sie fand den Muth in ſich, ihre Seelenqual zu verbergen und ſtolz und hochaufgerichtet durch die Säle zu gehen. Den ſich vor ihr neigenden Hofleuten wollte ſie die Königin ſein, und Niemand ſollte ahnen, welche Qual ſie wie mit Feuerflammen durchwühlte. Aber endlich in ihrem Bondoir angelangt, endlich ſicher, von Nie⸗ mand belauſcht und beobachtet zu werden, war ſie nicht mehr die Königin, ſondern nur noch das ſchmerzzer⸗ riſſene, leidenſchaftliche Weib. Scie ſank auf ihre Kniee nieder und rief mit einem herzzerreißenden Weheſchrei: Mein Gott, mein Gott, gieb, daß ich wahnſinnig werde, damit ich nicht mehr weiß, daß Er mich verlaſſen hat!

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