Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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zu wählen? Iſt Thomas Seymour nicht einer der Erſten dieſes Landes? Blickt nicht ganz England auf ihn mit Stolz und Zärtlichkeit, fühlt ſich nicht jedes Weib geehrt, das er eines Blickes würdigt, lächelt der König ſelber nicht und fühlt ſich vergnügteren Herhens, wenn Thomas Seymour, dieſer junge und ſtarke, kühne und lebensmuthige Held an ſeiner Seite ſteht?

Ihr habt Recht! ſagte Katharina, welcher jedes dieſer begeiſterten Worte wie ein Dolchſtoß das Herz zerriß, ja, Ihr habt Recht, er iſt es werth von Euch geliebt zu werden, und Ihr konntet keine beſſere Wahl treffen! Es war nur das erſte Erſtaunen, was mich die Dinge anders ſehen ließ, als ſie ſind. Thomas Seymour iſt der Bruder einer Königin, weshalb ſollte er nicht auch der Gemahl einer königlichen Prinzeſſin ſein können?

Eliſabeth barg ihr lächelndes Antlitz mit einem verſchämten Erröthen an Katharina's Bruſt. Sie ſah nicht, mit welchem Ausdruck des Entſetzens und der Qual die Königin ſie betrachtete, wie ihre Lippen ſich krampfhaft auf einander preßten, und ihre Wangen ſich mit Todesbläſſe bedeckten.

und Er? fragte ſie leiſe. Liebt Thomas Sey⸗ mour Euch?

Eliſabeth richtete ihr Haupt empor und ſah die Fragende erſtaunt an. Wie? ſagte ſie. Iſt es denn möglich, daß man lieben kann, wenn man nicht ge⸗ liebt wird?

Ihr habt Recht! ſeufzte Katharina. Man muß ſehr demüthig und ſehr matt geworden ſein, um dies zu können!.

Mein Gott, wie bleich Ihr ſeid, Königin! rief