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einem Frauenherzen gebieten zu wollen, bevor es lie⸗ ben möchte, erſt nach dem Stammbaum zu fragen, und erſt das Wappen anzuſehen, ehe man den Mann betrachtet!
Oh Frauen, Frauen, wie thörichte Kinder ſeid Ihr doch! rief der König lachend. Es handelt ſich um Throne, und Ihr denkt an Eure Herzen! Aber kommt, Kathi, Ihr ſollt mir das noch weiter er⸗ klären, und unſer Wort werden wir nicht zurückneh⸗ men, denn wir haben es Euch aus freiem und freu⸗ digem Herzen gegeben.
Er nahm den Arm der Königin, und auf ihn ge⸗ ſtützt, wandelte er langſam mit ihr die Allee hinauf. In ſchweigender und ehrfurchtsvoller Entfernung folg⸗ ten ihnen die Damen und Herren des Hofes, und Niemand ahnte, daß dieſe Frau, welche ſo ſtolz und prächtig dahin ſchritt, ſoeben erſt einer drohenden Todesgefahr entgangen ſei, daß dieſer Mann, welcher mit ſo hingebender Zärtlichkeit ſich auf ihren Arm ſtützte, vor wenig Stunden erſt ihr Verderben be⸗ ſchloſſen hatte*)
Und während ſie Beide vertraulich plaudernd durch die Alleen wandelten, verließen zwei Andere geſenkten Hauptes und bleichen Angeſichtes das königliche Schloß, welches für ſie von nun an das verlorene Paradies ſein ſollte. Finſterer Groll und wüthender Haß waren in ihren Herzen, aber ſie mußten es doch ſchweigend ertragen, ſie mußten lächeln und harmlos ſcheinen, um nicht der Schadenfreude des Hofes ein willkommenes Feſt zu bereiten. Sie fühlten die bos⸗
*) Dieſe ganze von Gardiner gegen die Königin angeſtiftete Intrigue iſt bis in die kleinſten Details hiſtoriſch wahr und findet ſich in allen Geſchichtswerken gleichlautend erzählt.


