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lich, mein armes Weib, Du ahnſt nicht, wie wenig Grund Du haſt, Dich ſeiner zu erbarmen, und mich um Gnade für ihn zu bitten*). Aber Du haſt Recht, wir wollen in ihm den Prieſterrock ehren und nicht mehr daran gedenken, welch ein hochmüthiger und ränkeſüchtiger Mann da drinnen ſteckt. Aber hütet Euch, Prieſter, mich noch einmal daran zu erinnern. Mein Zorn würde Euch dann unvermeidlich treffen, und ich würde für Euch ſo wenig Gnade haben, wie Ihr ſagt, daß ich ſie für andere Uebelthäter zeigen darf. Und weil Ihr denn ein Prieſter ſeid, ſo laßt Euch durchdringen von dem Ernſt Eures Amtes und der Heiligkeit Eures Berufes. Zu Wincheſter iſt Euer Biſchofsſitz, und ich denke, Eure Pflichten rufen Euch dorthin. Wir bedürfen Eurer nicht mehr, denn der edle Erzbiſchof von Canterbury kehrt zu uns zu⸗ rück und wird bei uns und der Königin die Pflichten ſeines Amtes zu erfüllen haben. Lebt wohl!
Er wandte Gardiner den Rücken und kehrte, auf Katharina's Arm geſtützt, zu ſeinem Rollſtuhl zurück.
Kathi, ſagte er, es ſtand eben eine trübe Wolke an Eurem Himmel, aber Dank Enrem Lächeln und Eurem unſchuldsvollen Angeſicht, iſt ſie ſchadlos vor⸗ übergezogen. Uns will bedünken, als wären wir Euch noch beſonderen Dank dafür ſchuldig, und wir möchten Euch das gern durch irgend einen Liebesdienſt beweiſen. Giebt es nichts, was Euch eine beſondere Freude machen könnte, Kathi?
Oh doch, ſagte ſie mit Innigkeit. Zwei große Wünſche brennen in meinem Herzen.
So nennt ſie, Kathi, und bei der Mutter Gottes,
*) Des Königs eigene Worte. Siehe Leti Vol. I pag. 132.


