Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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begreifen wollte. Wie, Ihr wagt es, zu prunken mit meinen Befehlen, während ich voll gerechten Erſtau⸗ nens Euch um die Urſache Eures Erſcheinens befrage? Das heißt, Ihr wollt Euren König und Herrn der Lüge zeihen, Ihr wollt Euch entſchuldigen, indem Ihr mich anklagt. Ach, mein würdiger Herr Erzbiſchof, diesmal ſeid Ihr geſcheitert mit Eurem Plan, und ich verleugne Euch und Euer thörichtes Beginnen. Nein, es giebt Niemand hier, den Ihr verhaften ſollt, und bei der Mutter Gottes, wären Eure Augen nicht blind, ſo würdet Ihr geſehen haben, daß bier, wo der König mit ſeiner Gemahlin luſtwandelte, Niemand ſich auf⸗ halten konnte, den jene Häſcher zu ſuchen hatten! Die Nähe der königlichen Majeſtät iſt wie die Nähe Gottes, ſie ſpendet Glück und Frieden um ſich her, und wen ihre Glorie berührt, der iſt von ihr geheiligt und begnadigt!

Aber Majeſtät, ſchrie Gardiner, den der Zorn und die getäuſchte Hoffnung alle Rückſichten vergeſſen ließ, Ihr wolltet, daß die Königin verhaftet werde, Ihr ſelber gabt mir den Befehl dazu, und jetzt, da ich komme, Euren Willen zu vollſtrecken, jetzt verleugnet Ihr mich!

Der König ſtieß einen Schrei der Wuth aus, und ging mit aufgehobenem Arm einige Schritte auf Gar⸗ diner zu.

Aber plötzlich fühlte er ſeinen Arm zurückgehalten. Es war Katharina, welche zu dem König herangeeilt war. Oh, mein Gemahl, flüſterte ſie leiſe, was im⸗ mer er auch gethan haben mag, ſchont ſeiner! Immer doch iſt er ein Prieſter des Herrn, und ſo möge ſein heiliges Gewand ihn ſchützen, wenn vielleicht auch ſeine Thaten ihn verdammen!.

Ach, Du bitteſt für ihn? rief der König. Wahr⸗