Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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Kathi, ſagte der König lächelnd, und mit welcher be⸗ zaubernden Stimme Du uns die Wahrheit verbergen willſt! Die Wahrheit iſt, daß Du ſelber eine ſehr ge⸗ lehrte kleine Perſon biſt, welche gar nicht nöthig hat, von Andern etwas zu lernen, ſondern wohl im Stande wäre, Andere zu unterrichten*)!

Oh, wenn dem ſo iſt, wie Ihr ſagt, rief Katha⸗ rina, nun ſo möchte ich die ganze Welt lehren, meinen König ſo zu lieben, wie ich es thue, und ihm ſo un⸗ terthan zu ſein in Demuth, Treue und Gehorſam, wie ich es bin!

Und indem ſie ſo ſprach, ſchlang ſie ihre beiden Arme um des Königs Nacken und lehnte ihr Haupt mit einem ſchmachtenden Ausdruck an ſeine Bruſt.

Der König küßte ſie und drückte ſie feſt an ſein Herz. Er dachte gar nicht mehr daran, daß eine Ge⸗ fahr über dem Haupte Katharina's ſchwebte, er dachte nur, daß er ſie liebe, und daß es ein ſehr ödes, ſehr langweiliges und trauriges Leben ſein würde, ohne ſie.

Und jetzt, mein Gemahl, ſagte Katharina, ſich ſanft von ihm losmachend, jetzt, da ich Euch ge⸗ beichtet und von Euch die Abſolution empfangen habe, jetzt laßt uns hinunter gehen in den Garten, damit Gottes leuchtende Sonne friſch und fröhlich in unſer Herz hinein glänze. Kommt mein Gemahl, Euer Rollſtuhl ſteht bereit, und die Fliegen und Schmetter⸗ linge, die Bienen und Mücken haben ſich ſchon eine Hymne eingeübt, mit welcher ſie Ench begrüßen wollen, mein Gemahl!

Sie zog ihn lachend und ſchäkernd fort bis zum

*) Des Königs eigene Worte. Hiſtoriſch.