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Federſtrich vom Leben in den Tod ſchicken ſolltet. Sire, ich würde Euch eben ſo heiß, eben ſo flehentlich gebeten haben, wenn es Papiſten waren, welche Ihr zum Tode verurtheilen ſolltet, aber Gardiner wollte einen Beweis für meine Ketzerei, und deshalb wählte er acht Ketzer, für welche ich mich auflehnen ſollte gegen Euer hartes Gebot!
Es iſt wahr, ſagte der König ſinnend, kein einziger Papiſt war darunter! Aber ſage mir, Kathi, biſt Du wirklich eine Ketzerin und Deines Königs Wider⸗ ſacherin?
Sie ſah ihm mit einem ſüßen Lächeln tief in die Augen und kreuzte demüthig ihre Arme über ihrer ſchönen Bruſt. Eure Widerſacherin? flüſterte ſie. Seid Ihr nicht mein Gemahl und mein Herr? Iſt nicht das Weib gemacht, um dem Manne unterthänig zu ſein? Der Mann iſt geſchaffen nach dem Bilde Gottes, und das Weib nach dem Bilde des Mannes! So iſt das Weib nur des Mannes zweites Ich, und er muß ſich ihrer erbarmen in Liebe, und er muß ihr geben von ſeinem Geiſt, und ihr Verſtand von ſeinem Verſtande einflößen. Eure Pflicht alſo iſt es, mich zu unterrichten, mein Gemahl, und die meinige, von Euch zu lernen. Und von allen Frauen der Welt iſt dieſe Pflicht Keiner ſo leicht gemacht, wie mir, denn Hott war mir gnädig und gab mir zum Gemahl einen König, deſſen Klugheit, Weisheit und Gelehr⸗ ſamkeit das Staunen der ganzen Welt iſt*).
Welch' eine ſüße kleine Schmeichlerin Du biſt,
9 Der Königin eigene Worte, wie ſie von allen Geſchichts⸗ ſchreibern wiedergegeben werden. Siehe darüber: Burnet Vol. I, pag. 84.— Tytler pag. 413.— Larrey: Histoire d'Angleterre Vol. II, pag. 201.— Leti Vol. I, pag. 154.
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