Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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nungen! Laut fragte er dann: Du glaubſt alſo, Kathi, daß Gardiner Dich haßt?

1 Ich glaube es nicht, ich weiß es! ſagte ſie. Ueberall

verwundet er mich, wo er kann, und wenn ſeine Ver⸗ wundungen auch nur mit Nadeln geſchehen, ſo kommt das nur daher, weil er fürchtet, Ihr würdet es ge⸗ wahren können, wenn er den Dolch auf mich zückt, während Ihr die Nadel nicht bemerken könnt, mit der er mich heimlich verwundet. Und was war denn ſein heutiges Kommen anders als ein neuer Angriff gegen mich? Er weiß es wohl, und ich habe niemals ein Geheimniß daraus gemacht, daß ich eine Feindin bin dieſer katholiſchen Religion, deren Papſt es gewagt hat gegen meinen Herrn und Gemahl den Bannſtrahl zu ſchleudern, und daß ich mit lebhafter Theilnahme mich zu unterrichten ſuche über die Lehre und Religion der ſogenannten Reformirten.

Sie ſagen, Du ſeieſt eine Ketzerin! ſagte der Kö⸗ nig ernſt. 1

Gardiner ſagt das! Aber wenn ich es bin, ſeid Ihr es auch, mein König, denn Euer Glaube iſt der meinige. Wenn ich es bin, ſo iſt es auch Cranmer, der edle Biſchof von Canterbury, denn er iſt mein geiſtlicher Berather und Beiſtand. Aber Gardiner will, daß ich eine Ketzerin ſei, und er will, daß ich auch Euch ſo erſcheine. Seht, mein Gemahl, deshalb war es, daß er Euch vorher jene acht Todesurtheile vorlegte. Es waren nur acht Ketzer, welche Ihr ver⸗ urtheilen ſolltet, kein einziger Papiſt war darunter, und doch weiß ich, daß die Gefängniſſe voll ſind von Papiſten, welche in dem Fanatismus ihres verfolgten Glaubens eben ſo ſtrafwürdige Worte geſprochen ha⸗ ben, wie jene Unglückliche, die Ihr heute mit einem