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Gewiſſen aufgeſchreckt. Mein Gemahl, Ihr habt Recht, Gott iſt da draußen, und ich darf es nicht wagen, die Sonne, welche das Auge Gottes iſt, anzuſehen, bevor ich nicht gebeichtet und die Abſolution empfan⸗
gen habe. Sire, ich bin eine große Sünderin, und mein Gewiſſen läßt mir keine Ruhe! Wollt Ihr mein Beichtvater ſein und mich anhören?
Der König ſeufzte. Ach, dachte er, ſie eilt ſelber in ihr Verderben, und durch das eigene Bekenntniß ihrer Schuld wird ſie es mir unmöglich machen, ſie für ſchuldlos zu halten!
Sprecht! ſagte er laut.
Zuerſt, flüſterte ſie mit niedergeſchlagenen Augen, zuerſt muß ich Euch bekennen, daß ich Euch heute be⸗ trogen habe, mein Herr und König; die Eitelkeit und der ſündige Hochmuth verlockten mich dazu, und der kindiſche Zorn ließ mich vollbringen, was die Eitelkeit mir zugeflüſtert. Aber ich bereue, mein König, ich berene aus tieſſter Seele, und ich ſchwöre Euch, mein Gemahl, ja, ich ſchwöre Euch bei Allem, was mir heilig, es iſt das erſte und einzigſte Mal, daß ich Euch betrog, und niemals werde ich es wieder wa⸗ gen, denn es iſt ein unheimliches und ſchauerliches Gefühl mit ſchuldbewußtem Gewiſſen vor Euch zu ſtehen!.
Und worin betrogt Ihr uns, Kathi? fragte der König und ſeine Stimme zitterte.
Katharina zog aus ihrem Kleide eine kleine Rolle Papier hervor, und reichte ſie, ſich demüthig neigend, dem König dar. Nehmt und ſeht ſelbſt, mein Ge⸗ mahl! ſagte ſie.
Der König öffnete mit haſtigen Händen das Pa⸗


