Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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ſeine junge Königin, ſie verſtand es ſo gut, die Sor⸗ gen von ſeiner Stirn zu ſchäkern und den Mißmuth aus ſeiner Seele zu verſcheuchen. Sie war ein ſo angenehmer und friſcher Zeitvertreib, ein ſo eranick⸗ liches Mittel, die Langeweile zu vertreiben.

Niicht um ihretwillen bedauerte er, was er gethan, ſondern nur um ſeiner ſelbſt willen, nur aus Egois⸗ mus bereuete er, dieſen Verhaftsbefehl gegen die Kö⸗ nigin erlaſſen zu haben.— Katharina beobachtete ihn, ihr von innerer Furcht geſchärfter Blick las die Ge⸗ danken auf ſeiner Stirn und verſtand den Seußzer, der unwillkürlich ſeiner Bruſt entſtieg. Sie faßte wieder Muth; es konnte ihr noch gelingen, das Schwert, welches über ihrem Haupte hing, hinweg zu

lächeln.

Kommt, mein Herr und Gemahl, ſagte ſie heiter, die Sonne winkt uns und die Bäume ſchütteln un⸗ willig ihr Haupt, daß wir noch nicht da ſind!

Ja, komm, Kathi, ſagte der König, ſich gewaltſam aus ſeinem Sinnen emporraffend, komm, wir wollen hinunter gehen in Gottes freie Luft. Vielleicht iſt er dort uns näher und erleuchtet uns mit guten Ge⸗ vunen und heilbringenden Entſchlüſſen. Komm,

athi!

Die Königin reichte ihm den Arm, und auf ihn geſtützt, ging der König einige Schritte vorwärts. Plötzlich aber ſtand Katharina ſtill, und als der König ſeine fragenden Blicke auf ſie richtete, erröthete ſie und ſchlug die Augen nieder.

Nun? fragte der König. Warum zauderſt Du?

Sire, ich überlegte mir Eure Worte, und was ihr von der Sonne und den heilbringenden Ent⸗

J 1 ſchlüſſen geſagt, das hat mein Herz gerührt und mein