— 156—
*
ſagt, wir ſollen nur kommen, ſie habe uns drunten im Garten ſchon die Wege getrocknet und ein wenig Gras auf den Plätzen hervorgernfen. Auch ſteht Euer Rollſtuhl ſchon bereit, mein Herr und Gemahl, und Euer Kobold, wie Ihr ſeht, hat ſich ſchon mit Pelz verbrämt und ſich geharniſcht gegen den Winter, welcher indeß nicht da iſt!
Nun ſo hilf mir, mein allerliebſter Kobold, daß ich aufſtehen und den Befehlen des Schmetterlings, der Sonne und meiner lieblichen Gemahlin gehorchen kann! rief der König, indem er ſich langſam, ſeinen Arm um Katharina's Nacken gelegt, von dem Ruhe⸗ bett erhob.
Sie war mit geſchäftiger Eilfertigkeit um ihn be⸗ müht, ſie legte ihre Arme zärtlich auf ſeine Schulter und ſtützte ihn, und ſchob ihm die goldene Kette zu⸗ recht, welche ſich auf ſeinem Wamms verſchoben hatte, und fältete ſchäkernd an der Spitzenkrauſe, die ſeinen Hals umgab.
Befehlt Ihr, mein Gemahl, daß Eure Diener kommen? Der Herr Ceremonienmeiſter, welcher ohne Zweifel im Vorſaal Eures Winkes harrt, der Herr Erzbiſchof, der mir vorher ein ſo finſteres Geſicht ge⸗ macht? Aber wie, mein Gemahl, auch Euer Antlitz verfinſtert ſich jetzt? Wie, hat Euer Kobold vielleicht mirder irgend etwas geſagt, was Euch verſtimmen kann
Nicht doch! ſagte der König düſter, aber er ver⸗ mied es, ihrem lächelnden Blick zu begegnen, und ihr in das reizende roſige Antlitz zu ſchauen.
Die böſen Gedanken waren wieder wach in ihm geworden, und er erinnerte ſich jetzt des Verhaftsbe⸗ fehls, den er Gardiner gegeben. Er erinnerte ſich
und er bereuete. Denn ſie war ſo ſchön und lieblich,


