Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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ich mir jetzt des Königs zorniges Geſicht und das hämiſche Lächeln dieſes heimtückiſchen Prieſters verge⸗ genwärtige, ſo glaube ich die Anklage zu kennen. Ja, jetzt iſt mir Alles klar. Ah, die Ketzerin iſt es, welche ſie zum Tode verurtheilen möchten. Nun wohl, mein Herr Erzbiſchof, noch lebe ich, und wir wollen ſehen, wer von uns Beiden den Sieg erlangen wird!

Mit ſtolzem Schritt und glühenden Wangen eilte ſie der Thür zu. Eliſabeth hielt ſie zurück. Wohin geht Ihr? fragte ſie erſtaunt.

Zum König! ſagte ſie mit einem ſtolzen Lächeln. Hat er den Erzbiſchof gehört, ſoll er jetzt auch mich hören. Des Königs Sinn iſt wankelmüthig und leicht umgeſtimmt. Wir wollen jetzt ſehen, welche Liſt ſtärker iſt, die Liſt des Prieſters, oder die Liſt des Weibes. Eliſabeth, betet für mich, ich gehe zum König, und entweder ſeht Ihr mich frei und glücklich oder nie⸗ mals wieder!

Sie drückte einen leidenſchaftlichen Kuß auf Eliſa⸗ beth's Lippen und verließ eiligſt das Gemach.

X. Das Schachſpiel.

Seit manchem Tage war es dem König nicht ſo wohl geweſen, wie heute, ſeit langer Zeit hatte er ſich nicht eines ſo erquicklichen Schlafs erfreut, wie an dieſem Tage, an welchem er den Verhaftsbefehl gegen die Königin unterzeichnet hatte. Aber daran dachte er gar nicht, die Erinnerung daran ſchien der Schlaf ganz aus ſeinem Gedächtniß verwiſcht zu haben. Wie