Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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desurtheil! Denn einmal die Schwelle dieſes fürch⸗ terlichen Towers überſchritten, heißt ihn niemals wieder verlaſſen ſollen, und wenn eine Königin verhaftet und angeklagt worden, ſo iſt ſie auch ſwon verurtheilt. Oh mein Gott, Prinzeſſin, begreift Ihr das, ſterben u ſollen, während das Leben noch friſch und glühend in unſern Adern pocht? In den Tod gehen zu müſſen, während uns die Zukunft noch mit tauſend Hoffnungen, mit tauſend Wünſchen lockt? Mein Gott, in das öde Gefängniß und in das dunkle Grab herniederſteigen zu ſollen, während die Welt uns grüßt mit ihren lockenden Stimmen, und der Frühling kaum in unſerm Herzen erwacht iſt?

Ströme von Thränen entſtürzten ihren Augen, und ſie barg ihr Geſicht in ihren zitternden Händen.

Weint nicht, Königin, flüſterte Eliſabeth, ſelber zit⸗ ternd und todesbleich. Weint nicht, ſondern überlegt was zu thun iſt! Mit jeder Minute wächſt die Gefahr; jede Minute bringt das Unheil näher heran!

Ihr habt Recht, ſagte Katharina, indem ſie ihr Haupt wieder emporrichtete und die Thränen aus ihren Augen fortſchüttelte. Ja, Ihr habt Recht, es iſt nicht Zeit zum Weinen und Klagen. Der Tod ſchleicht zu mir heran, ich aber, ich will nicht ſterben. Noch lebe ich, und ſo lange ein Athemzug in mir iſt, will ich kämpfen gegen den Tod. Gott wird mir bei⸗ ſtehen, Gott wird mir helfen, daß ich auch dieſe Weßahr⸗ beſiege, wie ich es ſchon ſo mancher andern gethan

Aber was wollt Ihr thun? Was könnt Ihr be⸗ ginnen? Ihr kennt die Anklage nicht! Ihr wißt nicht, wer Euch angeklagt, noch weſſen man Euch be⸗ ſchuldigt! 3

Doch ich ahne es! ſagte die Königin ſinnend. Wenn