Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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Gardiner ging mit dem ſtolzen Bewußtſein von hinnen, den Verhaftsbefehl in ſeiner Taſche zu haben, und dies verhängnißvolle Papier lag inmitten dieſes königlichen Zimmers am Boden.

Wer wird kommen es aufzuheben? Wer wird der Mitwiſſer dieſes gefährlichen Geheimniſſes werden, wem wird dieſes ſtumme Papier die entſetzliche Kunde entgegen ſchreien von der in Ungnade gefallenen Kö⸗ nigin, welche heute noch als Gefangene in den Tower geſchleppt werden ſoll?

Alles iſt ſtill und einſam in dem königlichen Ge⸗ mach. Nichts regt ſich, ſelbſt nicht einmal die ſchweren Damaſtvorhänge des königlichen Ruhebettes.

Der König ſchläft. Auch der Aerger und der Zorn ſind ein gutes Schlaflied; ſie haben den König ſo aufgeregt, ſo abgeſpannt, daß er wirklich einge⸗ ſchlafen iſt vor Ermattung.

Ach, der König hätte ſeiner Gemahlin dankbar ſein ſollen, denn der Aerger über die verlorene Schach⸗ parthie, der Zorn über Katharina's ketzeriſche Geſin⸗ nung, das hat ihn ermattet, das hat ihn in Schlaf gelullt.

Der Verhaftsbefehl liegt noch immer am Boden. Jetzt öffnet ſich ganz leiſe, ganz vorſichtig die Thür. Wer iſt es, der es wagen darf, ungerufen und unge⸗ meldet in das Zimmer des Königs einzutreten?

Es giebt nur drei Perſonen, welche das wagen dürfen: die Königin, Prinzeſſin Eliſabeth und John Heywood der Narr. Wer von den Dreien iſt es?

Es iſt Prinzeſſin Eliſabeth, welche kommt, ihren königlichen Vater zu begrüßen. Jeden Vormittag um dieſe Stunde hatte ſie den König in ſeinem Zim⸗ mer getroffen. Wo war er denn heute?— Wie ſie