Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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ſendet mir Gott dafür zum Lohn den ſtärkenden und kräftigenden Schlaf, nach welchem ich ſchon ſo lange vergeblich verlange!

Und der König ſchlug die Vorhänge von ſeinem Ruhebett zurück und legte ſich, von Gardiner unter⸗ ſtützt, auf die ſchwellenden Polſter.

Gardiner ſchloß die Vorhänge wieder und ſchob das verhängnißvolle Papier in ſeine Taſche. Selbſt in ſeinen Händen ſchien es ihm nicht ſicher genug. Wie? Konnte nicht irgend ein neugieriges Auge ſich darauf heften, und den Inhalt deſſelben errathen? Konnte nicht irgend ein frecher, unverſchämter Freund der Königin ihm dieſes Papier entreißen, und es ihr hinbringen und ſie warnen? Nein, nein, es war nicht ſicher genug in ſeinen Händen, er mußte es in der Taſche ſeines Talars bergen. Dort konnte Nie⸗ mand es finden, Niemand es entdecken.

Dort alſo verbarg er es. In dem großen faltigen Talar war es ſicher, und nachdem er ſo das koſtbare Papier verſteckt, verließ er ſchnellen Schrittes das Ge⸗ mach, um dem Grafen Douglas das herrliche Reſultat ſeines Bemühens zu verkünden.

Nicht ein einziges Mal ſchauete er zurück. Hätte er es gethan, er würde wie ein Tiger auf ſeine Beute zurückgeſprungen ſein in dieſes Gemach, er würde wie der Habicht auf die Taube ſich auf jenes weiße Stück Papier geſtürzt haben, welches dort am Boden lag, grade auf der Stelle, wo Gardiner vorher geſtanden, als er den vom König geſchriebenen Verhaftsbefehl in ſeine Taſche geſchoben.

Ach, ſelbſt der Talar eines Prieſters iſt nicht immer dicht genng, um ein gefährliches Geheimniß verhüllen zu können, und ſelbſt die Taſche eines Erzbiſchofs kann zuweilen durchlöchert ſein..