nen, wenn ſie nicht meine Gemahlin wärel rief der König, in deſſen Innerem der Zorn ſchon wie die Lava in einem Vulkan zu brauſen begann.
Sie thut es ſchon, obwohl ſie Eure Gemahlin iſt, Sire! Sie vermeint, ihre erhabene Stellung mache ſie ſtraflos und ſchütze ſie vor Enrem gerechten Zorn, deshalb thut ſie, was Niemand ſonſt zu thun wagt, und ſpricht, was in dem Munde jedes Andern der ſchwärzeſte Hochverrath ſein würde!
Was thut ſie, und was ſpricht ſie? rief der König. Zaudert nicht, Eminenz, es mir zu ſagen! Es ziemt ſich wohl für mich, zu wiſſen, was meine Gemahlin thut und ſpricht!
Sire, ſie iſt nicht bloß die geheime Beſchützerin der Ketzer und Reformirten, ſondern ſie iſt ihre Glau⸗ bensgenoſſin. Sie horcht ihren Irrlehren mit eifrigem Gemüth und läßt die gottverdammten Prieſter dieſer Secte in ihre Gemächer kommen, um ihren fanatiſchen Reden und ihren hölliſchen Inſpirationen zuzuhören. Sie ſpricht von dieſen Ketzern als von den wahren Gläubigen und Chriſten, und nennt Luther das Licht, welches Gott in die Welt geſandt, um die Dunkelheit und die Lüge der Kirche zu durchleuchten mit dem Glanz der Wahrheit und der Liebe; denſelben Luther, Sire, welcher es gewagt, Euch ſo ſchmachvolle und beleidigende Briefe zu ſchreiben, und Eures König⸗ thums und Eurer Weisheit in ſo brutaler Weiſe zu ſpotten.
Sie iſt eine Ketzerin, damit iſt Alles geſagt! ſchrie der König.— Der Vulkan war reif zu einer Erup⸗ tion, und die kochende Lava mußte endlich einen Aus⸗ fluß haben.
Ja, ſie iſt eine Ketzerin! wiederholte der König,


