Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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Ein goldbrokatenes Kleid umhüllte ſie, ein Brillant⸗ diadem blitzte auf ihrer Stirn, und heller noch als die Brillanten ſtrahlten ihre Augen.

Nein, der König täuſchte ſich nicht. Es war die Königin. Sie ſtand vor ihm, und doch lag ſie noch immer bewegungslos und ſtarr dort drüben am Boden.

Der König ſtieß einen Schrei aus, und taumelte erbleichend einen Schritt zurück.

Die Königin! rief Graf Douglas entſetzt, und er zitterte ſo heftig, daß das Papier in ſeiner Hand kni⸗ ſterte und flatterte.

Ja, die Königin! ſagte Katharina mit einem ſtolzen Lächeln. Die Königin, welche kommt mit ihrem Ge⸗ mahl zu zürnen, daß er, dem Befehl ſeines Arztes zuwider, in ſo ſpäter Nachtſtunde noch dem Schlum⸗ mer ſich entzieht!

Und der Narr! ſagte John Heywood, indem er mit komiſchen Pathos hinter der Königin hervortrat. Der Narr, welcher kommt, um Graf Douglas zu fra⸗ gen, wie er es wagen durfte, John Heywood ſeines Amtes zu entſetzen, und bei Heinrich die Stelle eines Hofnarren zu uſurpiren und ſeiner allergnädigſten Majeſtät allerlei alberne Schwänke und Faſtnachts⸗ ſpäße vorzugaukeln?

Und wer, fragte der König mit vor Wuth zittern⸗ der Stimme, ſeine flammenden Blicke mit zerſchmet⸗ terndem Ausdruck auf Douglas heftend, wer iſt denn jenes Weib dort? Wer hat es gewagt, mit ſo fluch⸗ würdiger Mummerei den König zu täuſchen und die Königin zu verläumden?

Sire, ſagte Graf Douglas, welcher ſehr wohl wußte, daß von dem jetzigen Moment ſeine und ſeiner Tochter Zukunft abhängig ſei, und dem dieſes Be⸗