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Der König ſchrieb. Graf Douglas ſtand hinter ihm mit geſpannter Aufmerkſamkeit, in athemloſer Er⸗ wartung, die Blicke feſt auf das Papier gerichtet, über welches die weiße, fleiſchige, mit funkelnden Brillant⸗ ringen geſchmückte Hand des Königs in eiligen Schrift⸗ zügen dahin glitt.
Er ſtand alſo endlich am Ziel. Wenn er dies Papier, welches der König da ſchrieb, endlich in der Hand hielt, wenn er alsdann Heinrich bewogen hatte, in ſeine Gemächer zurückzukehren, bevor die Verhaf⸗ tung der Königin erfolgt war, ſo hatte er geſiegt. Nicht dieſes Weib dort würde er alsdann verhaften, ſondern mit dem Verhaftsbefehl in der Hand würde er zu der wirklichen Königin gehen, und ſie in den Tower führen.
Die Königin, einmal im Tower, konnte ſich nicht mioh rechtfertigen, denn der König würde ſie nicht r ſehen, und wenn ſie vor dem Parlament ihre Unſchuld mit noch ſo heiligen Eiden betheuerte, ſo mußte doch das Zeugniß des Königs ſie überführen, denn er ſelber hatte ſie mit ihrem Buhlen überraſcht.
Nein, es gab kein Entrinnen mehr für die Köni⸗ gin. Es war ihr einmal gelungen ſich zu reinigen von der Anklage, und mit einem widerlegenden Alibi ihre Unſchuld zu beweiſen. Diesmal aber war ſie etungälös verloren, und kein Alibi konnte ſie mehr
efreien.
Der König hatte das Werk vollendet und ſtand auf, während Donglas auf ſeinen Befehl ſich damit beſchäftigte, das königliche Inſiegel unter das verhäng⸗ nißvolle Papier zu ſetzen.
Von dem Saale her vernahm man ein leiſes Ge⸗ ranſch, wie als ob ſich ein Menſch dort vorſichtig
ewege.


