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ſagte er. Weil Ihr nichts mehr zu verlieren habt, und das Schaffot Euch ſicher iſt, kommt es Euch nicht darauf an, das Maaß Eurer Sünden noch ein wenig zu ſteigern, und Euren von Gott Euch angeſtammten König zu läſtern! Aber Ihr ſolltet bedenken, Graf, daß es vor dem Schaffot noch die Folter giebt, und wie es ſehr wohl möglich iſt, daß man dem edlen Grafen Surrey dort eine peinliche Frage vorlegen möchte, an deren Beantwortung die Qualen ihn ver⸗ hindern könnten. Fort jetzt mit Euch! Wir haben einander auf Erden nichts mehr zu ſagen!
Er winkte den Soldaten, welche ſich dem Grafen näherten. Als ſie ihre Hände nach ihm ausſtreckten, ſah er ſie mit ſo ſtolzen und gebieteriſchen Blicken an, daß ſie unwillkürlich einen Schritt zurück wichen.
Folgt mir! ſagte Henry Howard ruhig, und ohne den König auch nur noch eines Blickes zu würdigen, ſchritt er hochaufgerichteten Hauptes der Thüre zu.
Geraldine lag noch immer, das Antlitz dem Boden zugekehrt, an der Erde. Sie bewegte ſich nicht, ſie ſchien von einer tiefen Ohnmacht befallen.
Nur als die Thür mit einem dumpfen Geräuſch ſich hinter dem Grafen Surrey ſchloß, vernahm man ein leiſes Wimmern und Aechzen, wie es in der letzten Stunde ſich aus der Bruſt der Sterbenden empor zu ringen pflegt.
Der König achtete nicht darauf. Er blickte mit finſtern, zornſprühenden Augen immer noch nach der Thüre hin, durch welche Graf Surrey gegangen war.
Er iſt unbeugſam, murmelte er, ſelbſt die Folter ſchreckt ihn nicht, und in ſeinem gottesläſterlichen Hoch⸗ muth ging er in der Mitte der Soldaten, nicht wie ein Gefangener, ſondern wie ein Befehlshaber einher.


