Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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das Schaffot beſteigen, nach welchem es Dich ſo ſehr verlangt!

Das edle Antlitz des Grafen blieb ruhig und un⸗ bewegt, ſein helles ſtrahlendes Auge begegnete furcht⸗ los dem zornblitzenden Auge des Königs.

Sire, ſagte er, mein Leben iſt in Eurer Hand, und ich weiß ſehr wohl, daß Ihr deſſen nicht ſchonen werdet! Auch bitte ich nicht darum! Nur ſchont dieſer edlen und ſchönen Frau, deren einziges Ver⸗ brechen es iſt, daß ſie der Stimme ihres Herzens folgte! Sire, ich allein bin der Schuldige! Straft mich alſo, martert mich, wenn es Euch beliebt, aber ſeid barmherzig für ſie!

Der König brach in ein lautes Lachen aus. Ach, er bittet für ſie! ſagte er. Dieſer kleine Graf Surrey vermißt ſich zu denken, daß ſeine empfindſame Liebes⸗ klage Einfluß üben könne auf das Herz ſeines Rich⸗ ters! Nein, nein, Heury Howard, Ihr kennt mich beſſer! Ihr ſagtet ja, ich ſei ein grauſamer Mann, und es klebe Blut an meiner Krone! Nun wohl, es gelüſtet uns, einen neuen Blutrubin in unſere Krone zu ſetzen, und wenn wir ihn aus Geraldine's Herz⸗ blut nehmen wollen, werden Eure Sonnette uns nicht daran hindern, mein kleiner guter Graf. Das iſt Alles, was ich Euch zu erwiedern habe, und ich denke, es wird das letzte Mal ſein, daß wir uns anf Erden begegnen!

Dort droben werden wir uns wieder ſehen, König Heinrich von England! ſagte Graf Surrey feierlich. Dort droben wird Heinrich der Achte nicht mehr der Richter, ſondern der Verurtheilte ſein, und Eure blut⸗ gierigen und fluchbeladenen Thaten werden wider Euch zeugen!*

Der König lachte. Ihr benutzt Euren Vortheil,

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