— 22—
Zündet die Lichter an und beſetzt die Thür! ſagte der König, deſſen geblendete Augen noch nicht dieſen hellen Lichtglanz zu ertragen vermochten, der den Saal jetzt plötzlich durchſtrömte.
Die Soldaten gehorchten ſeinem Befehl. Eine Pauſe trat ein. Der König hatte die Hand vor die Augen gelegt und rang nach Athem und Faſſung.
Als er endlich die Hand herabgleiten ließ, hatten ſeine Züge einen vollkommen ruhigen, faſt heitern Ausdruck angenommen.
Mit einem raſchen Blick überflog er den Saal. Er ſah die Königin in ihrem goldflimmernden Ge⸗ wande, er ſah, wie ſie am Boden lag, lang hinge⸗ ſtreckt, das Antlitz der Erde zugekehrt, bewegungslos und ſtarr..
Er ſah Henry Howard, welcher neben ſeiner Ge⸗ liebten knieete und mit aller Angſt und Qual eines Liebenden um ſie beſchäftigt war. Er ſah, wie er ihre Hand an ſeine Lippen drückte, wie er ſeine Hand an ihr Haupt legte, um es vom Boden aufzurichten.
Der König war ſprachlos vor Wuth, er konnte nur den Arm erheben, um die Soldaten zu ſich heran zu winken, und auf Henry Howard hindeuten, dem es noch immer nicht gelungen war, das Haupt der Königin vom Boden außzurichten.
Verhaftet ihn! ſagte Graf Douglas, dem ſtummen Winken des Königs Worte leihend. Im Namen des Königs verhaftet ihn, und führt ihn in den Tower!
„Ja, verhaftet ihn, ſagte der König, und indem er mit jugendlicher Haſt auf Henry Howard hinſchritt, und ſeine Hand ſchwer auf ſeine Schulter fallen ließ, fuhr er mit einer ſchauerlichen Ruhe fort: Henry Howard, Dein Wunſch ſoll erfüllt werden, Du ſollſt


