Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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Sie erinnerte ſich jetzt der Worte ihres Vaters, und ſie zitterte für das Haupt ihres Geliebten.

Wenn ihr Vater ihr nun nicht die Wahrheit ge⸗ ſagt, wenn er nun doch, um die Königin zu verderben, Henry Howard geopfert hätte. Wenn ſie nicht im Stande wäre, ihn zu retten, und er durch ihre Schuld dem Blutgerüſt verfallen wäre!

Aber dieſe Stunde gehörte ihr noch, und ſie wollte ſie benutzen.

Sie klammerte ſich feſt an ſeine Brnſt, ſie zog ihn mit unwiderſtehlicher Gewalt an ihr Herz, welches jetzt nicht mehr zitterte vor Liebe, ſondern vor namen⸗ loſer Angſt..

Laß uns fliehen! Laß uns fliehen! wiederholte ſie athemlos. Sieh, dieſe Stunde iſt noch unſer, laß ſie uns benutzen, denn wer weiß, ob die nächſte uns noch gehören wird!

Nein, ſie wird Euch nicht mehr gehören, ſchrie der König, indem er wie ein gereizter Löwe von ſeinem Seſſel emporſprang. Eure Stunden ſind gezählt, und die nächſte ſchon gehört dem Henker!

Ein gellender Schrei tönte von Geraldine's Lippen. Dann hörte man einen dumpfen Fall.

Sie iſt ohnmächtig geworden, murmelte Graf Douglas. 3

Geraldine, Geraldine, meine Geliebtel rief Henry Howard. Mein Gott, mein Gott, ſie ſtirbt, Ihr habt ſie getödtet! Wehe über Euch!

Wehe über Dich ſelber! ſagte der König feierlich. Herbei mit Licht, herbei Ihr Leute!

Die Thür des Vorſaals öffnete ſich, und vier Soldaten mit Fackeln in den Händen erſchienen in derſelben. 15

Heinrich VIII. 3Z3Z. 68