Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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Hier bin ich, mein Henry!

Mit einem Ausruf des Entzückens ſtürzte das Weib vorwärts, dem Schall der geliebten Stimme nach.

Die Königin! murmelte Heinrich, und wider ſeinen Willen fühlte er ſein Herz von einem bittern Weh erfaßt.

Er ſah mit ſeinem innern Auge, wie ſie ſich um⸗ ſchlungen hielten, er hörte ihre Küſſe und das leiſe Geflüſter ihrer zärtlichen Betheuerungen, und alle Qualen der Eiferſucht und des Zornes erfüllten ſeine Seele. Aber der König gewann es doch über ſich zu ſchweigen, und ſeine Wuth in ſich hinein zu freſſen. Er wollte Alles hören, Alles wiſſen!

Er faltete ſeine Hände krampfhaft in einander, und preßte die Lippen feſt zuſammen, um ſeinen keu⸗ chenden Athem zurückzuhalten. Er wollte hören.

Wie glücklich ſie Beide waren! Henry hatte ganz vergeſſen, daß er gekommen, um ihr Vorwürfe zu machen über ihr langes Schweigen, ſie dachte nicht daran, daß dies das letzte Mal ſein ſollte, wo ſie den Geliebten ſehen konnte.

Sie waren bei einander, und dieſe Stunde gehörte ihnen. Was kümmerte ſie die ganze Welt, was frag⸗ ten ſ darnach, ob nachher ſie Unheil und Verderben

edrohe..

Sie ſaßen nebeneinander auf dem Divan, der anz in der Nähe des Bondoirs ſich befand. Sie üherten und lachten, und Henry Howard küßte die Thränen fort, welche das Glück der Gegenwart ſeine Geraldine vergießen machte.

Er ſchwur ihr ewige, nie ändernde Liebe. Sie trank in ſeligem Schweigen die Muſik ſeiner Worte,