Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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ganz und gar der Rachegöttin, welche in hohnlachen⸗ dem Triumph ſich anſchickt, ihr Opfer unter ihre Füße zu treten.

Mitt einem leiſen Lachen ſchlüpfte ſie jetzt den Cor⸗ ridor hinunter, aber nicht zu jener Treppe dort, ſon⸗ dern weiter hinab, bis zu dem Ende, wo an der Wand das lebensgroße Bild Heinrich des Sechsten hing. Sie drückte an der Feder, das Bild flog auf, und durch die hinter demſelben verborgene Thür verließ Lady Jane den Corridor.

Sie geht in den grünen Saal zum Rendezvous mit Henry Howard! flüſterte John Heywood, welcher jetzt hinter dem Pfeiler hervortrat. Oh, jetzt begreife ich Alles, jetzt iſt mir dieſe ganze teufliſche Intrigue klar. Lady Jane iſt die Geliebte des Grafen Surrey, und man will den König glauben machen, daß es die Königin ſei. Ohne Zweifel iſt dieſer Surrey mit im Complott, und vielleicht wird er Jane Donglas mit dem Namen der Königin nennen. Man wird ſie den König nur einen Moment ſehen laſſen. Sie trägt ein goldbrokatenes Kleid und ein brillantenes Diadem wie die Königin, und damit hoffen ſie Heinrich zu täu⸗ ſchen! Sie hat ganz die Geſtalt der Königin, und Jedermann kennt dieſe erſtaunenswürdige Aehnlichkeit und Gleichheit der Stimme Lady Jane's mit der der Königin! Oh, oh, es iſt ein ziemlich ſchlauer Plan! Aber er ſoll Euch doch nicht gelingen und Ihr ſollt doch nicht den Sieg davon tragen. Geduld, nur Ge⸗ duld! Auch wir werden im grünen Saale ſein, und der königlichen Doppelgängerin werden wir die echte Königin gegenüber ſtellen!

Haſtigen Schrittes verließ auch John Heywood den Corridor, welcher jetzt einſam war und ſtill, denn die Königin hatte ſich zur Ruhe begeben.