Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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einmal im vollen Glanz ihrer Jugend und ihres Kö⸗ nigthums ſehen, bevor ihr Stern verdunkelt. Ich will mich noch einmal mit ihr freuen, bevor ich ſie weinen mache. Ach, weißt Du, Douglas, daß es kein pikan⸗ teres, kein teufliſcheres und himmliſcheres Vergnügen giebt, als eine ſolche Perſon zu ſehen, die noch lächelt und arglos iſt, während ſie ſchon verurtheilt iſt; die ſich noch das Haupt mit Roſen ſchmückt, während der Henker ſchon das Beil ſchärft, welches dies Haupt fällen ſoll; die noch auf eine Zukunft und auf Freude und Glück hofft, während die Uhr ihres Lebens ſchon abgelaufen iſt, während ich ihr ſchon geboten habe, ſtille zu ſtehen, und hernieder zu ſteigen in das Grab. Rufet mir alſo die Königin, und ſagt ihr, daß wir fröhlich ſind und mit ihr ſcherzen und lachen wollen!

Nuft alle Damen und Herren unſeres Hofes, und

laßt die Königsſäle öffnen und widerſtrahlen im Glanz der Lichter und laßt uns Muſik haben, laute ſchmet⸗ ternde Muſik, denn wir wollen uns heute mindeſtens einen luſtigen Tag machen, da es denn ſcheint, als ob wir eine trübe und unglückliche Nacht haben werden. Ja, ja, einen luſtigen Tag wollen wir haben, und nachher komme, was kommen mag. Die Säle ſollen widerhallen von Lachen und Freudigkeit, und nichts als Jauchzen und Luſt ſoll man hören in der großen Kö⸗ nigshalle. Und ladet mir auch den Herzog von Nor⸗ folk ein, meinen edlen Vetter, der mein königliches Wappen mit mir theilt. Ja, ladet ihn ein, damit ich mich noch einmal an ſeiner ſtolzen und impoſanten Schönheit und Erhabenheit erfreue, bevor dieſe hehre Sonne erliſcht und uns in Nacht und Finſterniß zurück läßt. Dann ladet mir auch Wriothesly, den Großkanzler ein, und laßt ihn einige tapfere und brave Soldaten unſerer Leibgarde mitbringen. Sie ſollen des edlen Herzogs Gefolge ſein, wenn er unſer