Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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eigenen Ohren hören, Sire, wie Graf Surrey der Königin ſeine Liebe ſchwört.

Der Schrei, welchen der König jetzt ausſtieß, war ſo fürchterlich und zeugte von ſo viel innerer Qual und Wuth, daß er den Grafen verſtummen und die Wangen der Damen erbleichen machte.—

Douglas, Douglas, hüte Dich, den Löwen zu rei⸗ zen! ſagte der König keuchend. Der Löwe könnte Dich ſelber zerreißen!

In dieſer Nacht noch werde ich Euch den Beweis geben, welchen Ihr fordert, Sire, in dieſer Nacht noch ſollt Ihr hören, wie Graf Surrey, zu den Füßen ſei⸗ ner Geraldine ſitzend, ihr ſeine Liebe ſchwört.

Es iſt gut! ſagte der König. In dieſer Nacht alſo! Wehe Dir, Donglas, wenn Du Dein Wort nicht löſen kannſt!

Ich werde es, Majeſtät! Nur bedarf es dazu, daß Ihr die Gnade habt, mir zu ſchwören, daß Ihr mit keinem Seufzer, und keinem Athemzug Euch ver⸗ rathen wollt. Der Graf iſt argwöhniſch, und die Augſt des böſen Gewiſſens hat ſein Ohr geſchärft. Er würde an Eurem Seufzer Euch erkennen, und ſeine Lippen würden dieſe Worte und Bekenntniſſe nicht ſprechen, welche Ihr zu hören verlangt.

Ich ſchwöre Euch, daß ich mit keinem Seufzer und keinem Athemzug meine Nähe verrathen will! ſagte der König feierlich. Ich ſchwöre Euch das bei der heiligen Mutter Gottes! Aber jetzt laßt es genug ſein! Luft, Luft, ich erſticke! Es ſchwindelt vor meinen Augen! Oeffnet die Fenſter, damit ein wenig Luft einſtröme! Ah, ſo iſt es gut! Dieſe Luft iſt wenig⸗ ſtens rein, und nicht verpeſtet von der Sünde und der Verleumdung!