Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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Ausdruck des Abſcheues. Ja, Mylady, Ihr habt Recht, dies iſt ein fluchwürdiges und unnatürliches Ver⸗ brechen, und wir werden es ſtrenge richten. Denn es ſoll nicht geſagt werden, daß die Ehrbarkeit und Tu⸗ gend keinen Beſchützer fände an dem König dieſes Landes, und daß er nicht ein zermalmender und ſtra⸗ fender Richter allen Denen ſein wird, welche es wagen, gegen die Sitte und Moral zu fündigen. Oh, der Graf von Surrey iſt ein Ehebrecher?

Das heißt, Sire, er wagt es, mit ſeiner ſündigen Liebe ein tugendhaftes und keuſches Weib zu verfolgen, er wagt es, ſeine laſterhaften Blicke zu einer Frau zu erheben, welche ſo hoch über ihm ſteht, wie die Sonne

über den Menſchen, und welche mindeſtens durch die

Größe und Hoheit ihres Gemahls vor allen unlau⸗ kern Begierden und lüſternen Wünſchen geſichert ſein ſollte.

Ah, rief der König unwillig, ich ſehe ſchon, wo das hinaus will. Es iſt immer dieſelbe Anklage, und jetzt ſage ich, wie Ihr vorher, laßt uns ein wenig Abwechſelung haben! Die Anklage habe ich ſchon oft gehört, aber immer fehlten die Beweiſe.

Sire, dies Mal mag es ſein, daß wir die Beweiſe geben können, ſagte die Herzogin ernſt. Wollt Ihr wiſſen, mein edler König, wer die Geraldine iſt, an welche Henry Howard ſeine Liebeslieder richtet? Soll ich Euch den wahren Namen dieſer Frau ſagen, wel⸗ cher er im Beiſein Eurer geheiligten Perſon und Eures ganzen Hofes ſeine leidenſchaftlichen Liebesbe⸗ theuerungen und ſeine Schwüre ewiger Treue ſagt? Nun wohl, dieſe ſo angebetete, ſo vergötterte Geraldine — iſt die Königin! 4

Das iſt nicht wahr! rief der König, purpurroth vor Zorn, und ſeine Hände ballten ſich ſo feſt um