Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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müßt Nachſicht haben, wenn meine Worte minder feierlich und erhaben klingen. Sie haben Euch geſagt, Sire, daß der Herzog von Norfolk ein Hochverräther und ein Verbrecher iſt, welcher den Papſt zu Rom, und nicht Euch, mein erhabener König, das Ober⸗ haupt der Kirche nennt. Nun, der Graf von Surrey iſt weder ein Hochverräther, noch ein Papiſt, und er hat weder verbrecheriſche Anſchläge auf den Thron von England gemacht, noch hat er die Suprematie des Königs geleugnet. Nein, Sire, der Graf von Surrey iſt kein Hochverräther und kein Papiſt!

Die Herzogin ſchwieg und blickte mit einem ſcha⸗ denfrohen und neckiſchen Lächeln in die erſtaunten Ge⸗ ſichter der Anweſenden.

Der König hatte die Stirn in finſtere Falten ge⸗ legt, und ſeine Augen, welche eben noch ſo heiter ge⸗ blickt, richteten ſich jetzt mit einem zürnenden Ausdruck auf die junge Herzogin.

Weshalb, Mylady, ſeid Ihr alsdann hier erſchie⸗ nen? fragte er. Weshalb ſeid Ihr hierher gekommen, wenn Ihr mir weiter nichts zu ſagen habt, als was ich ſchon weiß, daß der Graf von Surrey ein ſehr loyaler Unterthan und ein Mann ohne allen Ehrgeiz iſt, welcher weder um die Gunſt des Volkes buhlt, noch daran denkt, ſeine verrätheriſchen Hände nach meiner Krone auszuſtrecken?

Die junge Herzogin wiegte lächelnd ihr Haupt. Ich weiß nicht, ob er das Alles thut, ſagte ſie. Ich habe wohl gehört, daß er mit bitterm Hohnlachen ſagte, Ihr, mein König, wolltet der Beſchützer der Religion ſein, und wäret doch ſelber ganz ohne Religion und ohne Glauben, auch brach er neulich in bittere Ver⸗ wünſchungen gegen Euch aus, weil Ihr ihn ſeines Feldherrnſtabes beraubt, und ihn dem Grafen Hert⸗