ihr ſein, und ſie kounte der Muſik ſeiner Stimme horchen, und ihr Herz berauſchen an ſeiner ſchönen, klangvollen und friſchen Rede.
Katharina, die Frau von achtundzwanzig Jahren, hatte ſich die Schwärmerei und Unſchuld eines jungen vierzehnjährigen Mädchens bewahrt. Thomas Sey⸗ mour war ihre erſte Liebe, und ſie liebte ihn mit jener Keuſchheit und unſchuldvollen Gluth, wie ſie eben nur der erſten Liebe eigen iſt.
Es genügte ihr daher, ihn zu ſehen, ihm nahe zu ſein, zu wiſſen, daß er ſie liebe, daß er ihr treu ſei, daß ihr alle ſeine Gedanken, ſeine Wünſche gehörten, wie ihm die ihren.
Und das wußte ſie. Denn immer doch blieb ihr der ſüße Genuß ſeiner Briefe, dieſer leidenſchaftlichen ſchriftlichen Bekenntniſſe ſeiner Liebe, und wenn ſie
es ihm auch nicht ſagen durfte, wie heiß und glühend ſie dieſe Liebe erwiedere, ſo durfte ſie es ihm doch ſchreiben.
John Heywood, der treue und verſchwiegene Freund war es, welcher die Briefe ihr brachte, und ihre Ant⸗ worten zu ihm hin trug, für dieſe gefahrvollen Bot⸗ ſchaften als Lohn ſich bedingend, daß Beide ihn als alleinigen Mitwiſſer ihrer Liebe betrachten, daß Beide die Briefe verbrennen ſollten, welche er ihnen gebracht. Er hatte Katharina nicht hindern können vor dieſer unſeligen Leidenſchaft, aber er wollte ſie mindeſtens vor den tödtlichen Folgen derſelben bewahren. Da er wußte, daß ihre Liebe eines Vertrauten bedürfe, hatte er dieſe Rolle angenommen, damit Katharina, in ihrem leidenſchaftlichen Ungeſtim und in der Argloſigkeit ihres unſchuldvollen Herzens nicht Andere zu Mit⸗ wiſſern ihres gefährlichen Geheimniſſes mache.
John Heywood alſo wachte über der Sicherheit
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