einen glühenden Haß gegen die Königin hegten, ſehr natürlich, daß ſie immer neue Pläne und Ränke derben und vom Throne zu
ſchmiedeten, ſie zu ver ſtürzen.
Aber Katharina kannte ſehr wohl die Gefahr, welche ſie bedrohte, und ſie war auf ihrer Hut. Sie bewachte jeden ihrer Blicke, jedes ihrer Worte, und Gardiner und Douglas konnten nicht argwöhniſcher jeden Tag und jede Stunde die Lebensweiſe der Kö⸗ nigin prüfen, als ſie ſelber es that.
Sie ſah das Schwert, welches täglich über ihrem Haupte hing, und Dank ihrer Klugheit und Beſon⸗ nenheit, Dank der ſtets beſonnenen Wachſamkeit und Liſt ihres Freundes Heywood, hatte ſie immer noch das Herniederfallen dieſes Schwertes zu vermeiden gewußt.
Seit jenem verhängnißvollen Spazierritt in dem Wald von Epping Forreſt hatte ſie Thomas Seymour nicht wieder allein geſprochen, denn Katharina wußte ſehr wohl, daß überall, wohin ſie auch ihre Schritte wandte, irgend ein Späherauge ihr folgen, irgend eines Lauſchers Ohr verborgen ſein könne, welches ihre noch ſo leiſe geflüſterten Worte hören und dort ſie wiederholen könne, wo man ſie ihr zu einem To⸗ desurtheil ausdeuten möchte.
Sie hatte alſo dem Glück entſagt, ihren Geliebten anders, als vor Zeugen zu ſprechen, und ihn anders zu ſehen, als im Beiſein ihres ganzen Hofes.
Was bedurſte es auch für ſie der geheimen Zu⸗ ſammenkünfte, was fragte ihr reines und unſchuld⸗ volles Herz darnach, daß ſie nicht allein mit ihm ſein
dnurfte? Immer doch durfte ſie ihn ſehen und ſich Muth und Freude aus dem Anblick ſeines ſtolzen und ſchönen Angeſichts trinken, immer doch durfte er neben


