bieten zu dürfen. Oh, Katharina, knieend beſchwöre ich Euch, ſteht mir bei, dieſes verhaßte Geſetz, welches mein Herz und meine Hand binden will, umzuſtoßen!
Sdiiee hatte ſich in leidenſchaftlicher Erregung vor der Königin niedergeworfen und hob ihre Hände bit⸗ tend zu ihr auf.
Katharina neigte ſich lächelnd zu ihr nieder und hob ſie in ihre Arme empor. Schwärmerin, ſagte ſie, arme junge Schwärmerin! Wer weiß, ob Ihr es mir eines Tages danken werdet, wenn ich mich Eurem Wunſche füge, und ob Ihr nicht einſt dieſe Stunde verwünſchen werdet, welche Euch vielleicht ſtatt des erhofften Glückes nur Enttäuſchung und Unglück gebracht hat!
Und wenn dem ſelbſt ſo wäre! rief Eliſabeth ener⸗ giſch. Es iſt immer noch beſſer, ein ſelbſtgewähltes Unglück zu ertragen, als zu ſeinem Glück gezwungen zu werden. Sagt, Katharina, ſagt, wollt Ihr mir Euren Beiſtand verleihen? Wollt Ihr den König be⸗ wegen, dieſe verhaßte Clauſel zurückzunehmen? Wenn Ihr es nicht thut, Königin, ſo ſchwöre ich Euch beim Geiſt meiner Mutter, daß ich mich dem Geſetz nicht fügen werde, daß ich feierlich und vor aller Welt den drwachürn entſagen will, welche man mir bietet, daß ich—
Ihr ſeid ein liebes, thörichtes Kind, unterbrach ſie Katharina, ein Kind, welches im jugendlichen Ueber⸗ muthe ſich vermeſſen möchte, Blitze des Himmels her⸗ nieder holen und vom Zeus den Donnerkeil borgen zu wollen. Oh, Ihr ſeid noch ſo jung und unerfahren, nicht zu wiſſen, daß das Schickſal unſeres Murrens und unſerer Seußzer nicht achtet, und trotz unſeres Sträubens und unſerer Weigerung, uns immer nur


