Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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Hochverrath ſtraft. Nein, Königin, bin ich eine Ver⸗ brecherin, ſo ſollt Ihr nicht meine Mitſchuldige ſein. Ach, es iſt immer gefährlich, der Vertraute eines ſol⸗ chen Geheimniſſes zu ſein. Das ſeht Ihr an John Heywood. Er allein war mein Vertrauter, und er verrieth mich. Ich gab ihm ſelbſt die Waffen gegen mich in die Hände, und er kehrte ſie wider mich.

Nein, nein, ſagte Katharina ſinnend, John Hey⸗ un iſt treu und zuverläſſig, und keines Verrathes

ähig.

Er hat mich verrathen! rief Eliſabeth heftig. Er wußte, er allein, daß ich liebe und daß mein Gelieb⸗ ter, obwohl von edler, doch nicht von fürſtlicher Ge⸗ burt iſt. Doch iſt er es geweſen, der den König, wie Ihr ſelber ſagt, bewogen hat, dieſen Paragraphen in die Succeſſtons⸗Acte hineinzubringen!

Dann hat er ohne Zweifel Euch vor einem Irr⸗ thum Eures Herzens retten wollen!

Nein, er hat die gefährliche Mitwiſſenſchaft dieſes Geheimniſſes gefürchtet und auf Koſten meines Her⸗ zens und meines Glückes hat er dieſe Gefahr von ſich abſchütteln wollen. Oh Katharina, Ihr aber, Ihr ſeid ein edles, ein großes und ſtarkes Weib, Ihr ſeid ſolcher kleinlichen Furcht, ſolcher niedrigen Berechnung nicht fähig, ſteht mir alſo bei, ſeid meine Retterin und Beſchützerin! Kraft jenes Schwurs, welchen wir vor⸗ her einander geleitat kraft jenes Handſchlags, den wir einander gegeben, rufe ich Euch an zu meiner Hülfe und zu meinem Beiſtand. Oh Katharina, gönnt mir dies ſtolze und beſeligende Glück, Den, welchen ich liebe, dereinſt vielleicht durch meinen Willen groß und mächtig machen zu dürfen, gönnt mir dieſe berau⸗ ſchende Freude, ſeinem Ehrgeiz mit meiner Hand zu⸗ gleich Macht und Glanz, vielleicht ſogar eine Krone

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