Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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einer heftigen Bewegung in Katharina's Arme warf, und ihr erröthendes Antlitz an der Königin Buſen barg. Ja, ich liebe! Wie mein Vater liebe ich! Nicht achtend meines Ranges, meiner Geburt, ſondern nur fühlend, daß mein Geliebter mir ebenbürtig iſt an Adel der Geſinnung, an Geiſt und Edelmuth, daß er mir überlegen iſt in all' den großen und ſchönen Eigenſchaften, welche den Mann zieren ſollen und doch ſo Wenigen verliehen ſind. Urtheilt nun, Königin, ob dieſes Geſetz da mich glücklich machen kann. Der, welchen ich liebe, er iſt kein Fürſt, kein Königsſohn.

Arme Eliſabeth! ſagte Katharina, das junge Mäd⸗ chen innig in ihre Arme ſchließend.

Und weshalb beklagt Ihr mich, da es doch in Eurer Macht ſteht, mich glücklich zu machen? fragte Eliſabeth dringend. Ihr ſeid es geweſen, welche den König vermochte, mich von der Schmach zu erlöſen, welche auf mir ruhte, Ihr werdet auch die Macht über ihn haben, dieſe Clauſel zu beſeitigen, welche das Verdammungsurtheil meines Herzens enthält.

Katharina ſchüttelte ſeufzend ihr Haupt. So weit reicht meine Macht nicht, ſagte ſie traurig. Ach, Eli⸗ ſabeth, warum hattet Ihr kein Vertrauen zu mir, warum ließet Ihr mich nicht früher wiſſen, daß Ihr eine Liebe hegtet, welche dieſem Geſetz da wider⸗ ſtrebt? Warum ſagtet Ihr Eurer Freundin nicht Euer gefährliches Geheimniß?—

Eben weil es gefährlich iſt, verſchwieg ich es Euch, und eben deshalb nenne ich Euch auch jetzt nicht den Namen meines Geliebten. Durch mich, Königin, ſollt Ihr nicht Eurem Gemahl gegenüber zu einer ſchuld⸗ belaſteten Hochverrätherin werden, denn Ihr wißt wohl, daß er jedes ihm verhehlte Geheimniß als einen