Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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meinen Antheil an dem Glück und Genuß des Lebens ordern.

Und wer ſagt Euch, daß Ihr den nicht haben werdet? Dies Geſetz drängt Euch ja keinen beſtimm⸗ ften Gemahl auf, es giebt Euch nur das ſtolze, einſt beſtrittene Recht, Euch unter den Königsſöhnen Euren Gemahl zu ſuchen!

Oh, rief Eliſabeth mit blitzenden Augen, wenn ich wirklich einſt eine Königin ſein ſollte, ſo würde ich ſtolzer darauf ſein, einen Gemahl zu wählen, den ich zu einem König mache, als einen ſolchen, der mich zu einer Königin macht.*) Oh, ſagt ſelbſt, Katha⸗ rina, muß es nicht ein ſtolzes und ſchönes Glück ſein, dem, welchen man liebt, Glanz und Größe zu geben, in der Allmacht unſerer Liebe ihn hoch empor zu heben über alle anderen Männer, und unſere eigene Größe, unſere eigene Herrlichkeit demuthsvoll zu ſei⸗ nen Füßen niederzulegen, damit er ſich damit ſchmücke und zu ſeinem Eigenthum mache, was unſer iſt?

Beim Himmel, Ihr ſeid ſtolz und ehrgeizig wie ein Mann, ſagte Katharina lächelnd. Die echte Toch⸗ ter Eures Vaters! So dachte Heinrich, als er Anna Boulen ſeine Hand reichte, ſo dachte er, als er mich ſelber zu ſeiner Königin erhob. Aber ihm ziemt es, ſo zu denken und ſo zu handeln, denn er iſt ein Mann!

Er dachte ſo, weil er liebte, nicht weil er ein Mann war.

Und auch Ihr, Eliſabeth, auch Ihr denkt ſo, weil Ihr liebt?

Ja, ich liebe! rief Eliſabeth, indem ſie ſich mit

*) Eliſabeth's eigene Worte. Leti Vol. II pag. 62.