weniger das Recht und die Macht, ſeinem Herzen leben zu können, als die Fürſten.
Dann, rief Eliſabeth mit blitzenden Augen, dann entſage ich dem traurigen Glück, vielleicht einſt eine Königin ſein zu können. Dann nehme ich dies Ge⸗ ſetz nicht an, welches mein Herz lenken und meinen Willen beſtimmen will. Wie, die Tochter König Heinrichs von England ſollte ſich von einem elenden Streifen Pergament ihre Wege vorzeichnen laſſen, und ein Blatt Papier ſollte ſich zwiſchen mich und mein Herz legen können? Ich bin eine königliche Prinzeſſin, und deshalb will man mich zwingen, nur einem Königsſohn meine Hand zu geben? Ja, Ihr habt Recht, nicht mein Vater iſt es, welcher dies Ge⸗ ſetz gemacht hat, denn meines Vaters ſtolze Seele hat ſich ſelber niemals ſolchem Zwang der elenden Eti⸗ quette fügen wollen! Er hat geliebt, wo es ihm ge⸗ fiel, und kein Parlament, kein Geſetz hat ihn daran hindern können. Ich werde meines Vaters echte Tochter ſein. Ich werde mich dieſem Geſetz nicht fügen!
Armes Kind, ſagte Katharina, Ihr werdet es dennoch wohl lernen müſſen, Euch zu fügen, denn man iſt nicht ungeſtraft eine Fürſtin. Niemand fragt darnach, ob unſer Herz verblutet. Sie ſchlagen einen Purpur darüber hin, und ob der mit unſerem Herzblut ſich röthet, wer ſieht und ahnt denn das? Sörſeid noch ſo jung, Eliſabeth, Ihr hofft noch ſo viel!
Ich hoffe ſo viel, weil ich ſchon ſo viel gelitten habe. Man hat meine Augen ſchon ſo viele Thränen vergießen gemacht. Ich habe meinen Antheil an dem Schmerz und Jammer des Lebens ſchon in meiner Kindheit vorweg nehmen müſſen, jetzt will ich auch


