Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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treuer und ergebener Diener ſei? Hütet Euch vor ſeiner Treue, Königin, und baut nicht auf ſeine Er⸗ ebenheit, denn ich ſage Euch, ſeine Seele iſt voll aſg, und indem er ſich in Demuth vor Euch zu ücken ſcheint, ſuchen ſeine Augen nur die Stelle an Eurer Ferſe, wo er Euch am ſicherſten und tödtlichſten treffen kann. O, eine Schlange iſt er, eine giftige

Schlange, und mich hat er eben tödtlich und unheil⸗ bar getroffen!

Aber nein, fuhr ſie energiſch fort, ich werde mich dieſer Hinterliſt nicht beugen, ich will nicht der Sclave dieſes unheilvollen Geſetzes ſein! Ich will frei ſein, zu lieben und zu haſſen, wie es mein Herz verlangt; ich will mich nicht in Ketten ſchlagen und mich nicht zwingen laſſen, Dem zu entſagen, welchen ich vielleicht liebe, und Jenem mich zu vermählen, welchen ich vielleicht verabſcheue.

Mit dem Ausdruck feſter, energievoller Entſchloſ⸗ ſenheit nahm ſie die Pergamentrolle und reichte ſie Katharinen wieder dar.

Nehmt dieſes Pergament wieder zurück, Königin, gebt es meinem Vater wieder, und ſagt ihm, daß ich ihm danke für ſeine vorſorgliche Güte, aber dem glän⸗ zenden Looſe entſagen will, welches dieſe Acte mir bietet. Ich liebe die Freiheit ſo ſehr, daß ſelbſt eine Königskrone mich nicht locken kann, wenn ich ſie mit gebundenen Händen und unfreiem Herzen empfan⸗ gen ſoll!

„Armes Kind, ſeufzte Katharina, Ihr wißt alſo nicht, daß die Königskrone uns immer in Feſſeln ſchlägt und unſer Herz in eiſerne Klammern ein⸗ zwängt? Ach, Ihr wollt frei und doch eine Königin ſein! Oh glaubt mir, Eliſabeth, Niemand iſt we⸗ niger frei, als es die Könige ſind! Niemand hat