Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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mich als ſeine rechtmäßige Tochter anerkannt, er wird es mir nicht weigern können, ein Bildniß meiner Mutter in meinem Zimmer zu haben.

So ſprechend drückte ſie an einer in dem breiten Goldrahmen des Bildes angebrachten Feder, und plötzlich ſah man das Bild ſich bewegen und langſam wie eine Thür ſich öffnen, um ein anderes, darunter verborgenes Bild ſichtbar werden zu laſſen, welches die unglückliche Anna Boulen im vollen Glanz ihrer Schönheit im bräutlichen Schmuck darſtellte, wie Hol⸗ bein ſie auf des Königs, ihres Gemahls, Wunſch ge⸗ malt hatte.

Wie ſchön und engelgleich dieſes Antlitz iſt! ſagte Katharina näher tretend. Wie unſchuldsvoll und rein dieſe Züge! Arme Königin, doch iſt es Deinen Fein⸗ den gelungen, Dich zu verdächtigen und Dich auf das Schaffot zu führen. Oh, wenn ich Dich anſehe, ſchaudert mir, und meine eigene Zukunft ſteigt als ein drohendes Geſpenſt vor mir empor. Wer kann ſich gefahrlos und ſicher glauben, wenn Anna Boulen nicht ſicher war, wenn ſie ſelbſt eines ehrloſen Todes ſterben mußte! Ach, glaubt mir nur, Eliſabeth, es iſt ein trauriges Glück, Königin von England zu ſein, und oft ſchon habe ich den Morgen gefragt, ob ich den Abend noch als Königin begrüßen werde.

Aber nein, nicht von mir wollen wir in dieſer Stunde ſprechen, ſondern nur von Euch, Eliſabeth, von Eurer Zukunft und von Eurem Glück. Möge dies Pergament Euch willkommen ſein und all' die Wünſche verwirklichen, welche in Eurem Buſen ſchlummern.

Einen großen Wunſch hat es mir ſchon erfüllt, ſagte Eliſabeth, immer noch mit dem Bilde beſchäftigt. Es geſtattet mir, das Bildniß meiner Mutter unver⸗