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iſt kein Baſtard mehr, und Niemand darf es mehr wagen, ſie zu beſchimpfen. Du warſt bei mir, wenn ich weinte und litt, meine Mutter, und oft in meiner Schmach und Demüthigung war es mir, als hörte ich Deine Stimme, welche mir Troſt zuflüſterte, als ſähe ich Deine himmlifchen Augen, welche Friede und Liebe in meine Bruſt ausſtrömten! Oh, bleibe jetzt auch bei mir, Mutter, jetzt, wo die Schmach von mir ge⸗ nommen iſt; bleibe bei mir in meinem Glück und hüte mein Herz, daß es ſich rein halte von Hochmuth und Stolz, und vemüthi bleibe in ſeiner Freude! Anna Boulen, ſie haben Dein ſchönes, unſchuldiges Haupt auf den Henkerblock gelegt, aber dies Perga⸗ ment ſetzt die Königskrone wieder auf daſſelbe, und wehe, wehe Denen, welche es wagen wollen, Dein Andenken nun noch zu beſchimpfen!
Sie flog von ihren Knieen empor und ſtürzte zu der Wand dort drüben, an welcher ein großes Oel⸗ gemälde ſich befand, welches ſie ſelber als kleines Kind, mit einem Hunde ſpielend, darſtellte.
Oh Mutter, Mutter! ſagte ſie. Dieſes Bild war das letzte irdiſche Ding, auf welches ſich Deine Blicke richteten, und dieſen gemalten Lippen Deines Kindes gabſt Du den letzten Kuß, den Deine grauſamen Henker Deinem lebenden Kinde nicht erlauben wollten.
Oh laß mich dieſen letzten Kuß von jener Stelle forttrinken, laß mich mit meinem Munde die Stelle berühren, welche Deine Lippen geheiligt haben!
Sie neigte ſich und küßte das Bild.
Und nun ſteige hervor aus Deinem Grabe, meine Mutter, ſagte ſie feierlich. Ich habe Dich ſo lange verbergen, ſo lange umhüllen müſſen. Jetzt gehörſt Du wieder der Welt und dem Licht! Der König hat


