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Zudem hatte ja der König ſeine Tochter Eliſabeth einen Baſtard genannt und ſie feierlich der Thronfolge für unwürdig erklärt.
Der Tag ihrer Geburt war alſo für Eliſabeth nur demüthigend und ſchmerzlich. Auf ihrem Divan leh⸗ nend gedachte ſie ihrer geſchmähten, frendloſen Ver⸗ gangenheit, ihrer öden, glanzloſen Zukunft.
Sie war eine Prinzeſſin und beſaß doch nicht die Rechte ihrer Geburt, ſie war ein junges Mädchen und doch dazu verurtheilt, in trauriger Reſignation auf alle Freuden und alle Genüſſe der Jugend zu ver⸗ zichten, und ihr leidenſchaftliches, glühendes Herz zu ewigem Todesſchlafe zu verurtheilen. Denn als der Infant von Spanien um ihre Hand geworben, hatte
Heinrich der Achte erklärt, der Baſtard Eliſabeth ſei
eines fürſtlichen Gemahls nicht würdig. Aber, um auch andere Freier zurückzuſchrecken, hatte er laut und öffentlich erklärt, kein Unterthan dürfe ſo vermeſſen ſein, die Hand nach einer ſeiner königlichen Töchter auszuſtrecken, und derjenige, welcher es wage, ſie, zur Gemahlin zu begehren, ſolle als Hochverräther geſtraft
werden.
Eliſabeth war alſo dazu verdammt, unvermählt zu bleiben, und dennoch liebte ſie, und dennoch hegte ſie nur dieſen einen Wunſch, das Weib ihres Geliebten zu ſein, und ihren ſtolzen Titel einer Prinzeſſin mit dem Namen einer Gräfin Seymour vertauſchen zu können.
Seit ſie ihn liebte, war eine nene Welt, eine neue Sonne in ihr aufgegangen, und vor dem ſüßen und bezaubernden Geflüſter ihrer Liebe hatten die ſtolzen und lockenden Stimmen ihres Ehrgeizes ſelbſt ver⸗ ſtummen müſſen. Sie dachte nicht mehr daran, daß
Heinrich VIII. 3. 2


