Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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ehre ſchuldig, uns zu rächen! Wir dürfen und wollen Diejenigen nicht ungeſtraft laſſen, die unſere Liebe verſchmähten, unſere Ehre kränkten und die heiligſten Bande der Natur mit Füßen traten!

II.

Die Anerkennung.

Traurig und in ſich gekehrt ſaß Prinzeſſin Eliſa⸗ beth in ihrem Gemach. Ihre Augen waren von Thränen geröthet, und ſie drückte die Hand auf ihr Herz, als wolle ſie den Schmerzesſchrei deſſelben zu⸗ rückdrängen.

Mit einem troſtloſen irren Blick ſchaute ſie im Zimmer umher, und die Oede deſſelben that ihr heute doppelt weh, denn ſie zeugte für ihre Verlaſſenheit, für die Schmach, die noch immer auf ihr ruhte. Denn wäre das nicht, ſo würde der heutige Tag für den ganzen Hof ein Tag der Freude, der Beglückwün⸗ ſchungen geweſen ſein.

Es war heute Eliſabeths Geburtstag, heute vor vierzehn Jahren hatte Anna Boulen's Tochter das Licht der Welt erblickt.

Anna Boulen's Tochter! Das war das Geheim⸗ niß ihrer Vereinſamung. Das war es, weshalb kei⸗ ner von den Damen und Herren des Hofes ſich ihres Geburtstags erinnerte, denn dies wäre zugleich eine Erinnerung an Anna Boulen geweſen, an die ſchöne und unglückliche Mutter Eliſabeths, welche ihre Größe und ihr Glück mit dem Tode hatte büßen müſſen.