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Weshalb ich ihm zürne, fragt Ihr, meine Mutter? Ich zürne ihm nicht, ſondern ich verwünſche ihn, und ich habe mir ſelber geſchworen, nicht eher zu ruhen, als bis ich mich gerächt habe. Mein Glück, mein Herz und meine Zukunft lag in ſeinen Händen, und er hat dieſe koſtbarſten Güter ſeiner Schweſter ſchonungslos unter ſeine ſtolzen Füße getreten. Es lag an ihm, mich zu dem Weibe des Mannes zu machen, welchen ich liebe, und er hat es nicht gethan, obwohl ich wei⸗ nend und händeringend zu ſeinen Füßen lag.
Aber es war ein großes Opfer, welches Du for⸗ derteſt, ſagte ihre Mutter. Er ſollte einem ungeliebten Weibe ſeine Hand reichen, damit Du die Gemahlin Thomas Seymour's werdeſt.
Mutter, Ihr vertheidigt ihn, und doch iſt er es, welcher Euch täglich beſchuldigt und noch geſtern es ganz gerechtfertigt und natürlich fand, daß der Herzog Euch, unſere Mutter, verlaſſen hat.
That er das? ſagte die Herzogin heftig. Nun wohl denn, hat er vergeſſen, daß ich ſeine Mutter bin, ſo werde ich vergeſſen, daß er mein Sohn iſt. Ich bin Eure Bundesgenoſſin! Rache für unſre gekränkten Her⸗ zen! Rache an Vater und Sohn!
Sdie ſtreckte ihre beiden Hände aus, und die beiden jungen Frauen legten ihre Hände in die ihrigen.
Rache an Vater und Sohn! wiederholten ſie Beide, und ihre Augen blitzten und Purpurröthe bedeckte ihre Wangen.
Ich bin es müde, wie eine Einſiedlerin in meinem Palaſt zu leben und vom Hofe verbannt zu ſein durch die Furcht, meinem Gemahl dort begegnen zu können.
Ihr ſollt ihm dort nicht mehr begegnen können Mutter, ſagte ihre Tochter lakoniſch.


