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Richmond, welche eben die Portidre öffnete und aus dem Nebengemach hervortrat.
Kein Wort dieſer ganzen Unterredung war ihr ent⸗ gangen, und ſie begriff ſehr wohl, daß es ſich nicht um eine kleinliche Rache, ſondern um das Haupt ihres Vaters handle. Sie wußte, daß Miß Holland kein Weib ſei, welches, wenn es gereizt worden, mit einer Nadel ſticht, ſondern, welches nach dem Dolche greift, um ihren Feind tödtlich zu treffen..
Ja, auch ich will Eure Bundesgenoſſin ſein, rief die Herzogin von Richmond, wir ſind alle drei von denſelben Männern beſchimpft worden. Möge alſo auch unſere Rache eine gemeinſame ſein. Euch hat der Vater beleidigt, mich der Sohn. Nun wohl, ich werde Euch helfen, den Vater zu treffen, wenn Ihr mir dafür beiſtehen wollt, den Sohn zu vernichten.
Ich werde Euch beiſtehen, ſagte Arabella lächelnd, denn auch ich haſſe dieſen ſtolzen Grafen Surrey, der mit ſeiner Tugend prunkt, als ſei es ein goldenes Vließ, welches Gott ſelber ihm auf die Bruſt geklebt. Ich haſſe ihn, denn er iſt mir ſtets nur mit ſtolzer Geringſchätzung begegnet, und er allein trägt die Schuld an dieſer Treuloſigkeit ſeines Vaters.
Ich war zugegen, wie er den Herzog, unſern Va⸗ ter, mit Thränen beſchwor, ſich frei zu machen von Euren Banden und dieſe ſchmachvolle und entehrende Verbindung mit Euch aufzugeben, ſagte die junge Herzogin.
Arabella erwiederte nichts. Aber ſie preßte die Hände feſt in einander und eine leichte Bläſſe über⸗ flog ihre Wangen.
Und weshalb zürnſt Du Deinem Bruder? fragte die alte Herzogin ſinnend.


