Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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richtet, und man weiß, daß die Herzogin von Northum⸗ berland reich genug iſt, um die Kleinigkeiten entbehren zu können, welche ihr Gemahl mir zu Füßen legt. Beim Himmel, Mylady, ich würde es gar nicht der Mühe werth gehalten haben, mich darnach zu bücken, wenn ich unter dieſen Kleinigkeiten nicht auch ſein Herz geſehen hätte. Das Herz eines Mannes iſt es wohl werth, daß ein Weib ſich darnach bücke! Ihr hattet das verſäumt, Mylady, und deshalb verlort Ihr das Herz Eures Gemahls. Ich hob es auf. Das iſt das Ganze! Weshalb wollt Ihr mir ein Verbrechen daraus machen?

Es iſt genug! rief die Herzogin. Es ziemt mir nicht, mit Euch Jn rechten, nur verlange ich zu wiſſen, was Euch den Muth giebt, zu mir zu kommen?

Mylady, haßt Ihr nur mich, oder haßt Ihr auch den Herzog, Euren Gemahl?

Sie fragt mich, ob ich ihn haſſe! rief die Herzogin mit einem wilden Hohngelächter. Ja, Miß Holland, ja! Ich haſſe ihn ſo glühend, als ich Euch verachte! Ich haſſe ihn ſo ſehr, daß ich mein ganzes Vermögen, daß ich Jahre meines Lebens darum geben würde, wenn ich ihn ſtrafen könnte für die Schmach, die er mir angethan.

Dann, Mylady, werden wir uns bald verſtändigen, denn auch ich haſſe ihn, ſagte Miß Holland, indem ſie ſich ruhig in den ſammetnen Divan niedergleiten ließ, und lächelte, als ſie das ſprachloſe Erſtaunen der Herzogin gewahrte.

Ja, Mylady, ich haſſe ihn, und ohne Zweifel noch glühender, noch gewaltiger als Ihr ſelber, denn ich bin jung und feurig, Ihr aber ſeid alt und habt Euch ſtets ein kaltes Herz zu bewahren gewußt.