Ich zweifle, ob ihre Lordſchaft heute Beſuche em⸗ pfängt, ſtammelte der Diener zögernd.
Spo geht und fragt ſie, und damit ich ſogleich ihre Antwort erfahre, werde ich Euch begleiten!
Sie winkte dem Diener gebieteriſch, ihr voran zu gehen, und er fand nicht den Muth, dieſer ſtolzen Schönheit zu widerſprechen.
Schweigend durchwandelten ſie die Reihe der Prunk⸗ gemächer und ſtanden endlich vor einer mit Teppichen verhangenen Pforte.
Hier muß ich Euch bitten, einen Augenblick zu verweilen, Mylady, ſagte der Diener, damit ich Euch der Herzogin, welche dort in ihrem Bondoir iſt, mel⸗ den kann.
Nicht doch, ich werde dieſes Geſchäft ſelber über⸗ nehmen, ſagte Miß Holland, indem ſie mit kräftiger Hand den Diener zurückſchob und die Thür öffnete. Ddie Herzogin ſaß an ihrem Schreibtiſch, den Rücken der Thüre zugekehrt, durch welche Arabella eingetreten war. Sie wandte ſich nicht um, ſie hatte vielleicht das Oeffnen der Thür gar nicht gehört. Sie ſchrieb ruhig weiter.
Miß Arabella Holland durchſchritt ſtolzen Schrittes das Gemach und ſtand jetzt dicht neben dem Stuhle der Herzogin. 3.
Frau Herzogin, ich wünſchte mit Euch zu ſprechen, ſagte ſie kalt und ruhig.
Ddie Herzogin ſtieß einen Schrei aus und blickte empor. Miß Holland! rief ſie entſetzt, ſich haſtig er⸗ hebend. Miß Holland! Ihr hier, bei mir, in meinem Hauſe? Was wollt Ihr hier? Wie dürft Ihr es wagen, meine Schwelle zu überſchreiten?—


