Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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da ſtand es geſchrieben, daß er ſie nicht mehr ſehen wollte, daß er ihrer Liebe entſage, daß er ſie frei gebe.

Ihre ganze Geſtalt bebte, als ſie dies dachte. Es war nicht der Schmerz der Liebenden, welcher ſie erzittern machte, es war der gekränkte Stolz des Weibes.

Er hatte ſie aufgegeben. Ihre Schönheit, ihre Jugend hatte ihn, den Mann mit den weißen Haa⸗ ren, mit den welkenden Zügen nicht mehr zu feſſeln vermocht.

Er hatte ihr geſchrieben, daß er nicht ihrer, ſon⸗ dern nur der Liebe überhaupt ſatt und müde ſei, daß ſein Herz alt und welk geworden, wie ſein Angeſicht, und daß in ſeiner Bruſt kein Raum mehr für die Liebe, ſondern nur noch für den Ehrgeiz ſei.

War das nicht ein empörender, ein unerhörter Frevel? Das ſchönſte Weib Englands aufzugeben, um des nüchternen, kalten, ſtarren Ehrgeizes willen?

Sie ſchlug den Brief noch einmal auf. Sie las dieſe Stelle noch einmal. Dann ſagte ſie zähneknir⸗ ſchend, mit Thränen des Zorns in den Augen: Er ſoll es mir büßen! Ich werde Rache nehmen für die⸗ ſen Schimpf! 1

Sie ſteckte den Brief in ihren Buſen und ſchlug an die ſilberne Glock.

Mein Wagen ſoll vorfahren! befahl ſie dem ein⸗ tretenden Kammerdiener, der ſich ſchweigend wieder entfernte.

Ich werde mich rächen! murmelte ſie, während ſie mit zitternden Händen ſich in den großen türkiſchen Shawl hüllte. Ich werde mich rächen, und beim ewigen Gott, es ſoll eine blutige und ſchnelle Rache ſein. Ich will ihm beweiſen, daß auch ich Ehrgeiz