I. Die Rache.
Miß Holland, die ſchöne und vielbewunderte Ge⸗ liebte des Herzogs von Northumberland, war allein in ihrem prachtvoll geſchmückten Bondoir. Es war die Stunde, in welcher ſonſt der Herzog bei ihr zu ſein pflegte; ſie hatte ſich deshalb reizend geſchmückt und ſich in dieſes leichte und üppige Negligée gehüllt, welches der Herzog ſo ſehr liebte, weil es ſo ſchön die herrlichen Formen ſeiner Freundin hervorhob.
Aber heute war der Erwartete nicht erſchienen; ſtatt ſeiner war ſoeben ſein Kammerdiener gekommen, und hatte der ſchönen Miß ein Schreiben des Lords gebracht. Dieſes Schreiben hielt ſie in den Händen, während ſie jetzt mit haſtigem Ungeſtüm in ihrem Boudoir auf und ab ging. Eine glühende Röthe flammte auf ihren Wangen und ihre großen, ſtolzen Augen ſchoſſen wilde Zornesblitze.
Sie war verſchmäht, ſie, Lady Holland, mußte die Schmach erfahren, von ihrem Liebhaber verabſchiedet zu werden.
Da, da in dieſem Brief, den ſie in der Hand hielt, und der ihre Finger wie glühendes Eiſen brannte,


