Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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und Ihr, König Heinrich, ſollt's anhören zur Strafe Eurer Sünden!

Ich will es thun, rief der König heiter, voraus⸗ geſetzt, daß Ihr's erlaubt, Kathi! Aber bevor ich's thue, mache auch ich noch eine Bedingung. Eine Be⸗ dingung für Euch, Königin! Ihr habt es verſchmäht, Kathi, mir eine Buße aufzuerlegen, gewährt mir aber mindeſtens die Freude, Euch einen Wunſch erfüllen zu dürfen! Sagt mir eine Bitte, die ich Euch ge⸗ währen ſoll!

Nun denn, mein Herr und König, ſagte Katha⸗ rina mit einem reizenden Lächeln, ſo bitte ich, daß Ihr des Vorfalls dieſes Tages nicht mehr gedenken, und Denen verzeihen möget, welche ich nur um des⸗ halb angeklagt, weil ihre Anklage meine Rechtferti⸗ ung war. Diejenigen, welche mich beſchuldigten, hud in dieſer Stunde ihrer eigenen Schuld Buße empfangen. Laßt es genug ſein, König, und verzeihet ihnen, wie ich es thue!

Ihr ſeid immer ein edles und großes Weib, Kathi! rief der König, und indem ſein Blick mit einem faſt verächtlichen Ausdruck zu Gardiner hinüber ſchweifte, fuhr er fort: Eure Bitte iſt gewährt! Aber wehe Denen, welche es noch einmal wagen ſollten, Euch anzuklagen! Und weiter habt Ihr nichts zu fordern, Kathi?

Doch noch Eins, mein Herr und Gemahl! Sie neigte ſich dichter an des Königs Ohr, und flüſterte: Sie haben auch Euren edelſten und treueſten Diener, ſie haben Cranmer angeklagt. Verdammt ihn nicht, ohne ihn gehört zu haben, König, und wenn ich Euch um eine Gnade bitten ſoll, ſo iſt es dieſe: ſprecht ſelbſt mit Cranmer. Sagt ihm, weſſen man ihn be⸗ ſchuldigt, und hört ſeine Rechtfertigung.